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Im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen immer Menschen.
Wie er sagt, „Helden, keineswegs einfache Persönlichkeiten, sondern Führer und Weise, die davon träumen, Völker zu führen und die Wahrheit zu verkünden.“ Weil solche Bestrebungen immer etwas zweifelhaft sind, sind seine Figuren komisch.
Er vertraut lieber dem Material und seinem künstlerischen Instinkt, als irgendwelchen hohen Ausgeburten des Geistes.
1952 in der ehemaligen Sowjetunion, dem heutigen Kasachstan, geboren. 1974-1979 an der Hochschule für angewandte Kunst in Lvov (Lemberg) ausgebildet. Ab 1979, lebt und arbeitet er für 12 Jahre in St. Petersburg. Danach erfolgte die Übersiedlung nach Deutschland.
Heute mit Atelier und Wohnsitz in Düsseldorf.
St. Petersburg war Ort und Zeit in der Popov seinen eigenen Stil entwickelte. Er stellt Leute und Dinge seiner Umgebung dar, mit der Phantasie seiner Realität. Getragen von subversivem Humor, der ihn und sein Werk, nach meiner Meinung trägt.
In den späten 90er Jahren findet Popov zu seiner abstrahierten Formensprache.
Aus Malerei und Plastik entwickelt er reliefartige Collagen. Raue Arbeiten, die den Handwerker Popov wieder erkennen lassen. Der viele Jahre Turn- und Spielgeräte ersonnen und gefertigt hat. Auftragsarbeiten für Kinderspielplätze.
Eine weitere Werkgruppe bilden aus Holz gefertigte zwei- und dreidimensionale Objekte. Oft einfarbig, manche beziehen sich auf einen konkreten Gegenstand, andere sind mit abstrakten Begriffen betitelt und verkörpern seelische Befindlichkeiten, die auch formensprachlich deutlich zum Ausdruck kommen.
Ein den Tenor des gesamten Oeuvres, sinngemäss zusammenfassendes Bildthema ist das Spiel, repräsentiert durch die „Würfelbilder“. Der Würfel als Inbegriff des Glücksspiel.
Er steht als Form in Relation zu anderen geometrischen Grundformen, wie dem Kreis, dem Rechteck oder dem Kreuz. Diese Symbolik erinnert unweigerlich an das „Schwarze Quadrat“ von Kasimir Malevic, Inbegriff des Suprematismus, Hauptrichtung der Russischen Avantgarde. Der „Flug der Würfel“, assoziiert den in der russischen Kunst sehr verbreiteten Aspekt des Kosmischen.
Unberechenbarkeit in scheinbarer Ordnung - dem Zufall unterworfen -.
Popov sieht das Leben und sein Werk, idealer weise als Spiel, in dem es weder Gewinner noch Verlierer gibt. Seine eigene künstlerische Existenz begreift er als eine von unzähligen möglichen und gleichberechtigten Daseinsformen auf diesem grossen Spielfeld.
Unabhängig, seinem eigenen Weg folgend, damals in der Sowjetunion und heute im Westen.
Der „main stream“ interessiert ihn nicht und damit wären wir wieder bei dem eingangs dieser Laudatio Erklärten. Popov vertraut seinem Instinkt und dem Material.
„Was das Leben angeht, so bestimmt die eigene Einstellung über Glück und Unglück, Gewinn und Verlust“.
Seine Werke werden rund um den Erdball gezeigt. Gleich zwei mal widmete ihm das Staatliche Russische Museum, St. Petersburg, eine Ausstellung. Im Jahre 2001 und zuletzt 2005. Hierzu erschien das Buch „Bewegung nach Oben“. Aus dem in dieser Ausstellung 10 Arbeiten zu sehen sind.
Persönlich begeistere mich besonders für seine Philosophen, die Schubladenrethoriker. Menschen der geübten Redekunst – zumeist Luftblasenvermittler - , die spätestens im Nacktclub, der eigenen Entblössung gegenüberstehen.
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