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Honorée wurde 1955 in Lörrach geboren und arbeitet in Kandern und im Burgund.
Sie besuchte die Freie Kunstakademie in Freiburg und die Kunstgewerbeschule in Basel, sagt aber von sich, „ich bin eigentlich Autodidaktin“. Schon als Kind faszinierten sie symbolische Figuren wie König, Nikolaus … und anderes. Ein Lehrer der Kunstschule meinte, als er einige frühe Arbeiten sah, dass ihre Handschrift bereits sehr eigenständig sei und sie auf ihrem Weg bleiben soll.
Sie gestaltet mystisch anmutende Zauberreiche, eben fantastische Assemblages.
Besucht am sie in ihrem Atelierhaus fühlt man sich in den Mittelpunkt dieses Mysteriums versetzt. Welche Fülle assoziationsreicher Kompositionen auf differenziertem Hintergrund – ornamental, floral, pretios – und welch ein Spektrum von Motiven und Symbolen. Anleihen aus Ethno- und Archäologie: Von Persien über den Maghreb bis Mexiko und Peru. Stilverwandtschaften, einerseits an Tapisserien, Miniaturen, Palimpseste und Fadenbilder erinnernd, andererseits an die klassische Moderne.
Die Begegnung und Auseinandersetzung Europas mit fremdartigen, als exotisch empfundenen Kulturen, hatte im späten 19. Jh. mit Gauguin begonnen und war von Picasso in die Kunst des 20. Jh. eingebracht worden. Er und viele seiner kunstschaffenden Zeitgenossen und Nachfolger setzten sie individuell und divergierend fort. Vorläufer auf der literarischen Ebene gab es längst: Rousseau, Lessing, Goethe. Im Westöstlichen Diwan wird der Dialog zwischen Orient und Okzident zu einem fruchtbaren Zusammenspiel sich ergänzender Welten. Seither haben wir lernen müssen, „dass unsere Welt und ihr kulturelles Erbe durchaus nicht das Mass aller menschlichen Schöpfungen darstellt.“ (Peter Munro).
Eingearbeitete Objekte – Idole und ’Trouvailles’ aus Perlen, Glassteinen, Metall, Wachs und Stoff verleihen den Bildern oft eine plastische Qualität und machen sie ’begreifbar’.
Die Abbildung zur Vorankündigung dieser Ausstellung zeigt das erstmals in dieser Schau gezeigte Triptychon von Honoréen.
Wer kennt nicht die Ikonenwand oder Ikonostasis, wie sie in griechisch-orthodoxen Kirchen, vor allem in Rußland, den Altarraum von der übrigen Kirche trennt und deren Ursprung bis zum Pantheon in Rom zurückreichen dürfte?
Steht man nun als Betrachter vor Honorées großformatigem Triptychon (360 x 116.5 cm) – der Mitteilteil allein hat 116 Kassetten, zu denen auf den Flügeln je 49 weitere kommen – so kann der Eindruck einer „Urverwandtschaft“ entstehen. Zwar bilden christliche Motive die Ausnahme, weil die Figuren, Masken, Symbole und Ornamente der Schatzkammer vieler Kulturen entstammen könnten. Nennen wir also diese Wand mit den farblich fein abgestimmten, gerahmten Miniaturen einfach eine Idolostasis, laut dem ursprünglichen Wortsinn „Gestalt“. Das Raffinement, mit dem diese oft sakral wirkenden Bilder zusammen gestellt sind, erlaubt keine Zuweisung zum Genre naiver Kunst.
Auch der Einwand, die drei Tableaus entbehrten einer Mitte, lässt sich nicht halten: Hat doch jede Kassette ihren eigenen, sinngebenden Fokus, dem nichts überzuordnen ist. Sehen wir uns in der neueren Kunstgeschichte nach stilistisch vergleichbaren Werken um, so fällt uns vielleicht die Pariser Malerin Séraphine Louis (1864-1942) mit ihren fantasievollen Floralbildern auf, aber auch der französische Meister Jean Lurçat (1892-1966), der mit die schönsten Tapisserien der Gegenwart schuf.
Ein Statement von Honorée lautet, meine Themen und deren Auswahl, sowie die verwendeten Materialien und Mittel zur Umsetzung stammen aus dem eigenen Innern und nicht aus den Klischees der klassischen Kunst oder der gerade aktuellen Kunstströmung. Ihr Oeuvre entsteht um seiner selbst willen, also autonom, und seine Bedeutung bleibt im Unbewussten verborgen
WERK.
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