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Malerei als Sprache der Erinnerung
Was sind eigentlich Bilder?
Bilder aus vorangegangnen Eindrücken, Erinnerungen, weitreichend, weitzurückreichend.
Sie überbrücken den Raum der Gegenwart
mit Menschen und Gesten, Bildnetze, verknüpft mit der Hand, die den Pinsel führt.
Beatrice Amstadmueller liebt die Natur. Die bäuerliche Landschaft in der sie lebt, ist ihr Heimat und Zuhause. Aus der Stille schöpft sie Kraft und Inspiration für ihre Arbeit im Atelier. Bilder die aus der Stille kommen, aus einem Zustand des Verharrens, des Schauens und der Erwartung.
Die Bilder entwickeln sich spontan auf der Leinwand. Prozesse der Formfindung, des Verwerfens, der Übermalung, des Wiederhineingehens, des Verdichtens, des Standhaltens. Geschlossene Augen, inwendiges Schauen, Linien in Bewegung, Bilder jenseits der Leinwand- hier ergibt sich eine Sicherheit, die ihr diesseits der Leiwand manchmal unzulänglich erscheint - wie in Trance bewegt sich der Arm, der den Pinsel hält. Linien werden sichtbar, eine Figur wächst zusammen, gibt dem Bild die Klammer, verleiht ihm Ausdruck und Kraft.
So entstehen Bildräume, engefüllt mit Empfindungen und verschlüsselten Ziechen, auf der Suche nach Zwiesprache. Es sind Bilder, die das Kostbare, das Zerbrechliche, der Unzugängliche und das Unvergängliche zum Inhalt haben - informelle Poesie in Form von Malerei.
Bilder - so sagt es Emil Nolde - sind geistige Lebewesen. Die Seele des Malers wohnt in ihnen.
Burkhard Hirschhäuser
Bayrisches Fernsehen, Januar 2002
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